Das Kollektiv

Jumpcut Bandfoto 2

Jumpcut

Jumpcut feiert die Macht des Moments: Manchmal Gewalt, manchmal Genuss, meistens beides. Und dazwischen die Tanzfläche. Wer die Band Jumpcut aus Paderborn verstehen will, sollte einen Blick auf das Cover ihrer ersten EP „Forever Today“ (2020) werfen. 

Statt der genreüblichen martialischen Motive von Moshpits, Muskeln und Männlichkeit findet sich dort ein buntes Wimmelbild, das den Wahnsinn einer Hardcore-Show am Ende wahrscheinlich sogar besser einfängt als die erwähnten Abbildungen. Das Brechen von Erwartungen gehört für die fünf Jumpcutter auch sonst zum Konzept.

In den sechs gesellschaftskritischen Hardcore-Krachern der Debut-EP finden sich immer wieder auch unerwartete Momente wie orientalisch anmutende Gitarrenmelodien oder sich zu einem großen Finale auftürmende Gangshouts. Und ganz nebenbei: Gegen einen ordentlichen Moshpit unter Freunden und Freundinnen haben auch Jumpcut nichts. Den Soundtrack dafür liefern die Jungs definitiv – nur eben in bunt.

Bandfoto Scunks

Scunks

Schon vor Jahren behauptete der Typ von Chefdenker auf deren Homepage, die SCUNKS aus Ostwestfalen klängen wie ein „Mix aus Muff Potter, Kettcar und Pascow“. Kann schon sein – alles tolle Bands!

Seitdem sie 15 sind stehen die vier Jungs in der gleichen Formation auf der Bühne, mittlerweile seit fast 20 Jahren. „Wahnsinn, wie wenig wir in dieser Zeit geschafft haben“, resümiert Sänger Hippe schmunzelnd, während er ein fast leeres Fotoalbum durchblättert. Nachdem in der letzten Dekade nur zwei EPs erschienen sind, gerät der bemooste Stein nun aber ins Rollen: Mit „Rasenkantengeschichten“ erscheint die erste LP seit elf Jahren.

Live eingespielt in der legendären Oldenburger Tonmeisterei wird in den zwölf Stücken hinter den nachbarschaftlichen Gartenzaun geblickt, denn bekanntlich bröckelt die Fassade. Die Fallen des Erwachsenwerdens lauern überall und nur wenigen gelingt die Quadratur des Kreises. „Gibt es eine Alternative zum SUV?“, fragt Hippe und knallt das Fotoalbum zu.