LASERSHARK

Die Jungs der Hardcore-Supergroup LASERSHARK aus Münster haben das langweilige Jahr 2020 dafür genutzt, als Nachfolge der 2018er Debüt-EP mal ein komplettes Album aus dem Boden zu stampfen. Am Vorabend des ersten Single-Releases treffen wir Benny (Gesang), Heinz (Schlagzeug), Kai (Gitarre) und Tobias (Gitarre) im praktischen Facebook-Gruppenchat. 

Text: Nico

Heinz: Das wird jetzt interessant, wenn du gleich zeitversetzt von jedem die gleiche Antwort innerhalb von 30 Sekunden kriegst!

Benny: Ich sitze nur am Handy. Bin vielleicht etwas langsamer.

Heinz: Mein Handy vibriert bei jeder Nachricht und geht mir auf den Geist. Ich steig gleich aus.

Dann mal schnell. Zuerst mal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für uns nehmt! Es stehen ja aufregende Zeiten für Lasershark an!

Kai: Erste Full Length! Morgen erster Song!

Benny: So aufregend ist das aber gar nicht, wenn man keine Shows spielen kann.

Heinz: Das einzig Aufregende hier sind Zoommeetings und Facebookchats.

 

Morgen erscheint also die erste Single von eurem neuen Album „A ___ Guide On How To Fuck Things Up“. Die heißt „A Skeleton Walks Into A Bar“. Wie geht der Witz weiter?

Benny: Der Song hat nix mit dem klassischen Witz zu tun. In der Theorie geht der Witz mit einer Bier- und Schwammbestellung weiter. Aber die Texte müssen ja zur Musik passen. Für Herzschmerz und tiefgreifende Gedanken ist da kein Platz. Es ist eher eine ausartende Kneipenschlägerei, die man hineininterpretieren kann. Muss ballern!

Kai: Es ist aber auch eine dunkle Zeit im Augenblick. Nicht nur auf Corona bezogen. Allein deshalb gefallen mir Bennys Lyrics da sehr. 

Benny: Es steckt schon auch Weltsicht darin. Make Misanthropie great again! Sachen Scheiße finden macht halt auch Bock. Und da viele Leute scheiße sind, bedingt sich das gegenseitig.

“Zitat unseres Produzenten: Das ist der dümmste Song, den ich je aufgenommen habe!”

Eure Debut-EP stand im Zeichen von sehr spielfreudigem und technisch versiertem Hardcore, der gerne unberechenbare Haken schlägt. Drumherum gesellen sich Austin Powers und sogar eine Geige. Was darf man denn vom Album erwarten?

Kai: Bossa Nova!

Heinz: Shantichor!

Tobias: Viel Unsinn. Ideen, die es auf Platte geschafft haben, bei denen man teilweise dachte: „Ok, das machen wir jetzt tatsächlich so, ok“

Kai: Zitat unseres „Produzenten“: Das ist der dümmste Song, den ich je aufgenommen habe!

Heinz: Ich glaube, das Songwriting ist stringenter geworden, sprich, wir haben fast in jedem Song einen Chorus. Haken tut es hier und da trotzdem noch. Und die Produktion ist einen Ticken fetter.

Benny: Refused wird  beleidigt, das war mir ein Anliegen. Und Modern Life Is War werden zitiert.

Kai: Against Me! auch.

 

An welchem Punkt hatte Refused bei euch verschissen? Vor oder nach den Ticketverkäufen über T-Online?

Benny: Das war so der Stichtag.

Heinz: Refused are fuckin Snitches. Just sayin!

Tobias: Auf unserer EP-Releaseshow haben mir zwei Bollo-Typen nach der Show gesagt, Spaß habe mit Hardcore nichts zu tun. Die fanden, dass wir beim Spielen zu viel gelacht hätten. Das fand ich ziemlich lustig und irgendwie passt es zu uns, da wir uns auch auf der neuen Platte nicht so ernst nehmen. Benny hat bei der Show auch aus einem Star Wars-Buch vorgelesen.

Benny: Das weiß ich gar nicht mehr.

Tobias: Wäre ein Wunder, wenn du das noch wüsstest.

Benny: Entweder war ich besoffen.

“Hör auf! Sonst schreibt er das noch!”

Mal ein anderes Thema: Wir in Paderborn schielen oft neidisch auf Münster, weil ihr in Sachen alternativer Subkultur so gut aufgestellt seid. Was soll das, was ist euer verdammtes Geheimnis da oben?

Heinz: Das kommt von den ganzen Kirchen, die hier zuhauf stehen. Da braucht es einen Gegenpol.

Kai: Und von den HBlockx als große Vorbilder…

Benny: Hör auf, sonst schreibt der das noch. Naja. Was Venues oder AZs angeht, ist es hier genauso beschissen. Jedes besetzte Haus wird innerhalb kürzester Zeit geräumt. 

Heinz: Münster passt schon. Viele Leute, die etwas auf die Beine stellen. Viele Bands, viel Subkultur, macht schon Bock. Corona und die AfD haben auch keine Chance… Läuft bei uns.

Kai: Das stimmt. Wirf einen Stein in Münster auf die Straße, und du triffst einen Musiker, jemanden, der in einer Venue arbeitet oder wenigstens in einem Plenum sitzt.

 

Wie steht man denn in Münster zu der These, dass Punk ein Nachwuchsproblem hat?

Benny: Ja, kann gut sein. Bedingt durch soziale Medien bei den Kids. Die werden halt von Mumble Rappern beherrscht. Skrrt

Heinz: Punk is dead. Oder Dad. Zumindest in unserem Freundeskreis. 

Benny: Aber es gibt auch geile neue Bands. Catapults zum Beispiel. Die machen das schon. War sicher mal geiler und einfacher, aber vielleicht ja auch nicht.

Kai: Irgendwann ist Trap auch wieder out und dann steht die Gitarre immer noch im Kinderzimmer. Und drei Akkorde sind schnell gelernt.

 

Ihr habt als Lasershark ja schon 2018 auf dem Grand Slam im Multicult Paderborn gespielt, Benny war sogar im März 2020 noch mit Swan Songs im Wohlsein. Welche Bedeutung hat Paderborn auf eurer persönlichen Landkarte?

Kai: Also für mich bedeutet Paderborn viel – aus einer Bierperspektive gesehen. Und der Abend beim Grand Slam war in der Tat sehr geil.

Benny: In der einen Pommesbude gab es geile vegane Currywurst! Außerdem verbinde ich A Time To Stand und Giver nach wie vor mit Paderborn. Bis dato fand ich auch alle Shows in PB immer nice. Gute Leute, aber meistens Scheißwetter. Selten mal im Sommer da gewesen.

Heinz: Ich persönliche habe schon mehrere gute Shows in Paderborn gespielt. Ich mag sogar das Bier und verbinde eigentlich auch eine gute Subkultur mit der Stadt. Und wenn man allein an Giver denkt, die ja zumindest ihre Wurzeln in PB haben, zeugt das schon von Qualität im ganz großen Stil.

 

Zu guter Letzt: Ihr geltet ja auch als große Modeikonen. Welche Trends darf man denn 2021 auf keinen Fall verpassen?

Heinz: Junge, wat? Schalketrikot!

Benny: Ich hab mir eine weiße Jeans gekauft.

Kai: Vokuhila! Und AfD-Masken mit Löchern.

Tobias: Buffalos, Schalketrikot, Schlaghose.

Heinz: Einigen wir uns auf weiße Jeans…

Alles klar, das haben jetzt hoffentlich alle notiert.

Habt Dank für das Gespräch und viel Spaß bei der Videopremiere!

Video zur Single "A Skeleton Walks Into A Bar"

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Bandfoto: Timo Dietz