Popregister Paderborn

Seit einigen Wochen gibt es auf Instagram Neuigkeiten und die beschäftigen sich mit der Kultur- und Poplandschaft  in Paderborn. Ina gibt mit dem Popregister einen Überblick über Künstler*innen der Szene. Wir haben uns zum Interview verabredet um mehr über ihr Vorhaben zu erfahren. 

 

Text: Alex

Hallo Ina! Du hast seit einigen Wochen auf Instagram das „Popregister“ für Paderborn an den Start gebracht. Was steckt dahinter? Stell du dich doch auch einmal kurz vor. 

Hi! Ich freue mich über eure Interviewanfrage und verfolge natürlich auch sehr gespannt die Entwicklungen rund um „Keine Stadt für Niemanden“ – Tolle Sache! 

Ich bin Ina, 29, und habe vor drei Wochen das „Popregister“ gegründet, ein Instagram Kanal auf dem ich Popkulturakteur*innen und -orte in Paderborn vorstelle. Das mache ich als Hobby, regulär arbeite ich im Fach Musik der Uni Paderborn, wo ich auch meinen Master in „Populäre Musik und Medien“ gemacht habe.

 

Wir haben mit „Keine Stadt für Niemand“ angefangen, weil unsere Szene in Paderborn nicht ausreichend repräsentiert wird. Was ist deine Intention hinter dem Popregister und wie ist die Idee entstanden? 

Ich bin 2016 aus Köln nach Paderborn gezogen und habe (zunächst vergeblich) nach Popkultur gesucht. Die Popkulturszene in Paderborn ist eigentlich größer, als man vielleicht zunächst meint. Allerdings existiert schon eine ziemliche Bubble, die man, insofern man sich nicht in ihr bewegt, kaum wahrnimmt. Wenn man beispielsweise neu in der Stadt ist oder sich einfach nicht so gut auskennt und wissen möchte, was in Paderborn so geht, fehlt oft schon der erste Anhaltspunkt. Wo gucke ich? Das Popregister soll es eine Seite sein, auf der man sich anhand der Highlights einen schnellen Überblick verschaffen kann, wer was macht in den verschiedenen Sparten: Musik, Schauspiel, Kunst, Fotografie, Mode, Journalismus, Literatur, Film. Welche Netzwerke, welche Orte gibt es?

 

Wie nimmst du die Kulturlandschaft in Paderborn wahr? Wie lang ist die Liste der Künstler*innen die noch vorgestellt werden?

Die Liste ist lang! Bislang sind es knapp 120 Personen und Orte, die ich noch vorstellen möchte. Und das sind sicherlich noch nicht alle. Ich erhebe aber auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zeige vor allem Personen, die ich eben auch besonders toll finde. Generell finde ich, dass die Kulturlandschaft in Paderborn schon recht divers ist. Für meinen Geschmack dürfte es noch mehr Bar- und Clubbetreiberinnen, Videoproduzentinnen, Girl Bands, weibliche DJs und Graffiti Writerinnen geben aber da kommen wir schon noch hin. Zumindest innerhalb der Szene herrscht große Offenheit und gegenseitiger Zuspruch. Der ganz große Knall in Punkto edginess und neue Trends wird in Paderborn ausbleiben. Aber das finde ich okay. Es ist eben Paderborn und nicht Hamburg, Berlin oder London. Wichtig ist mir nur, dass das, was eben schon da ist, auch gesehen und geschätzt wird.

 

Welchen Einfluss hat der Studiengang „Populäre Musik und Medien“ auf die lokale Musikszene?

Der Popstudiengang ist schon etwas ganz Besonderes. Alleine die vielen Bands, die sich dort formieren, bergen ganz großes Potential. Im Prinzip müsste nur jemand hingehen und sich darum kümmern, diese gescheit zu verbuchen. Dann wäre hier schon ganz schön was los! Aber auch jenseits der musikpraktischen Künstler*innen zieht der Studiengang natürlich Leute in die Stadt, die ein besonderes Feingefühl für popkulturelle Zusammenhänge haben. Ganz abgesehen von den tollen Studiengangsgästen, die dann eben auch mal nach Paderborn kommen und an Kneipenlesungen, Popkritiken oder ähnlichem teilnehmen: Markus Kavka, Jens Balzer, Sonja Eismann, Linus Volkmann, Hendrik Bolz, Frank Spilker, Onejiru, Sookee und und und.

 

Welche Rolle spielst du selbst in der Poplandschaft? 

Bislang habe ich vor allem mit Konzerten zu tun gehabt. 2018 und 2019 war ich Teil des Wintergrün-Kollektivs und habe den Jungs dabei geholfen, die Festivals zu planen und umzusetzen. 2019 habe ich dann eben in Kooperation mit dem Wohlsein, für das ich vorher im Bereich Konzerte und Lesungen als Bookerin gearbeitet habe, meine eigene Konzertreihe „Freunde Konzerte“ gegründet. Ich habe mich auch schon mal als Moderatorin versucht, Interviews geführt und eine Format-Idee für das Drei. Magazin gehabt. Meine große Liebe gehört aber Live-Veranstaltungen. Ich liebe den einzigartigen Moment und ich liebe es, Leute auf Veranstaltungen zu treffen. Hoffentlich geht das bald wieder.

“Im Prinzip müsste nur jemand hingehen und sich darum kümmern, diese gescheit zu verbuchen. Dann wäre hier schon ganz schön was los!””

Machst du das ganz alleine oder hast du vor noch mehr Leute ins Boot zu holen?

Das Popregister betreibe ich alleine. Ich halte den Arbeitsaufwand bewusst gering. Es ist eben ein Hobby, ein Projekt, das mir Spaß bringen soll. Wenn man Kultur als Hobby betreibt, passiert es schnell, dass man aus idealistischen Gründen viel Zeit investiert und einen gewissen Druck verspürt, sich professionalisieren zu müssen, um ernst genommen zu werden. Eh man sich versieht, geht man quasi einem unbezahlten Zweitjob nach, dem man kaum gerecht werden kann, da man eben auch noch einen „richtigen“ Job hat. Das Projekt diktiert dann deine Zeit. Ich versuche es andersherum zu halten: Wenn ich gerade Lust und Zeit habe, widme ich mich dem Projekt. Sollte es sich über Zeit bewähren und wachsen, würde ich darüber nachdenken, wie sich die Idee ausgründen ließe.

 

Wie ist die Resonanz bisher? Du hast ja bereits über 400 Abonnent*innen auf Instagram.

Ich bekomme tolle Resonanz! Aus der Szene, von der Stadt und sogar aus größeren Städten wie Bielefeld, Düsseldorf, Berlin und Hamburg. Die Idee finden viele gut. Ich glaube auch, dass die Idee Potential hat und freue mich natürlich über zahlreiche Follower. Es ist schließlich Sinn und Zweck des Ganzen wahrgenommen zu werden.

 

Du stellst in deinen Beträgen die Akteur*innen oder Menschen aus der Szene mit Bildern und kurzen Beschreibungen vor. Hast du zukünftig auch ausführlichere Beiträge etc. geplant oder soll es bei einem kurzen Überblick bleiben und deswegen Register?

Über die Zukunft des Projekts kann ich noch nichts sagen. Ich hätte gerne, dass das Ganze organisch wächst. Anfangs war ich zwar gedanklich schon dabei eine Website zu entwerfen, auf der ich dann Podcasts, Bandcampseiten, Merchstores und einen Veranstaltungskalender einbinden wollte, das habe ich aber schnell wieder verworfen. Es nützt mir nichts, etwas im Kopf schon zu Ende zu denken, wenn ich persönlich gerade nicht die Kapazitäten dazu habe. Wir werden sehen, wie es sich entwickeln wird. Vorerst bleibt es bei einem Register, in dem man schnell mal eben nachschlagen kann, um sich dann auf eigene Faust weiter zu informieren.

 

Kannst du dir Kooperationen mit anderen vorstellen? Vielleicht wenn bald mal wieder Konzerte möglich sind? Es sind ja einige Schnittpunkte zu erkennen.

Grundsätzlich kann ich mir Kooperationen sehr gut vorstellen, insofern sie sinnvoll sind. Das Popregister verstehe ich ausschließlich als Plattform, mit der man beispielsweise Konzerte präsentieren kann. In der Rolle als Veranstalterin sehe ich mich eher im Zusammenhang mit den von mir gegründeten und in Kooperation mit dem Wohlsein durchgeführten „Freunde Konzerte“. Letztendlich ist aber vieles denkbar und ich bin offen für Vorschläge!

Danke Ina!

Logo Popregister

Übrigens

Wer über die Kultur- und Poplandschaft informiert bleiben möchte, der folgt Ina und dem Popregister auf Instagram!