Giver - Sculpture of Violence (2020)

Die Energie in jedem Song der Platte löst bei mir das Bedürfnis aus etwas kaputt zu machen”

Text: Alex

Passend zum einjährigen Geburtstag des Albums „Sculpture of Violence“ von Giver veröffentlichen wir eine späte, aber nicht weniger gern geschriebene Review. Vorab sei gesagt, dass die Platte auf Platz 1 meiner Lieblingsalben des Jahres 2020 gelandet ist, und woran das lag, werde ich gerne begründen.

Den Start macht der Track „Night Season“, der zunächst mit leicht verzerrten Gitarren und einprägsamen Drums beginnt, wenig später aber das Tempo deutlich anzieht. Er leitet direkt die Stimmung des gesamten Albums ein und spätestens im Refrain bekommt man Lust, die Sachen um sich herum einfach zu zerstören. Die Lyrics „The Violence…“ sprechen für sich.

Es folgt der Titeltrack „Sculpture of Violence“, der das Tempo hochhält, auf ein Intro verzichtet und direkt loslegt. Zur Mitte des Songs hin wird das Tempo rausgenommen und man wird auf das Highlight des Songs vorbereitet. Der Aufbau des Endes greift den Zerstörungswunsch aus „Night Season“ wieder auf, und spätestens, wenn Sänger Robert die Parole „Fuck Sex. Fuck Skin. Fuck Nation“ freigibt, explodiert der Song. Diese Textzeile macht ausdrucksstark bewusst, dass Giver sich lyrisch gerne positioniert und inhaltlich gesellschaftliche Missstände verdeutlicht. Musik und Text erzeugen den Willen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Wer denkt, jetzt erstmal durchatmen zu können, hat keine Chance, denn mit „Every Age has its Dragons“ und „The Same Stream“ zeigen Giver eindrucksvoll, wie abwechslungsreich Hardcore und besonders diese Band ist! Gerade „The Same Stream“ überrascht mit Tempowechseln und fetten Riffs. Auch der Rest der Platte strotz nur so von Kreativität und Vielfalt. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Song „Longing for Death“. In dem über 5 Minuten langen Song passiert so viel, dass man nur den Hut ziehen kann. Ruhige Passagen mit wütenden Shouts, schnelle Two-Step Passagen und epische Breaks mit doppeltem Gesang wechseln sich hier perfekt ab! Ein Traum!

“FUCK SEX. FUCK SKIN. FUCK NATION”

Die insgesamt 10 Songs sind perfekt aufeinander abgestimmt, jeder Song hat seinen Platz und trotzdem entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Mit einer Länge von knapp 36 Minuten hört man die gesamte Platte problemlos am Stück durch, macht man sowieso, weil man von der Stimmung der Songs nicht mehr losgelassen wird. 

Giver haben mit ihrem zweiten Album „Sculpture of Violence“ perfekt an das Debut „Where the Cycle Breaks“ angeschlossen und den eigenen Kosmos nochmal erweitern können. 

Aufgenommen wurde „Sculpture of Violence“ in Southhampton, England bei „The Ranch“. Der Sound der Platte ist perfekt abgemischt und schafft eine Atmosphäre, die etwas mit einem macht. Die Songs von „Sculpture of Violence“ zeigen, was Hardcore ist, und eine körperliche Reaktion auf Musik ist immer eine sehr schöne Erfahrung. 

Bewertung

 10/10