Nichts reimt sich auf Ruschi

Eine kurze Geschichte über die Band Jumpcut, die mit Hilfe von Room 89 nicht nur die EP „Forever Today“ aufgenommen hat, sondern auch erfahren hat, wie es ist, professionell zu sein.

Text: Alex

April 2020. Ist es nicht eine schlaue Idee, mitten im Lockdown einen Termin für die Aufnahme einer EP in einem Studio zu buchen? In diesem Fall war es die schlauste Idee, die wir bisher in unserer Bandgeschichte hatten. 

Um das zu verstehen, müssen wir nochmal ein paar Monate zurückspulen: Anfang des Jahres saßen wir mit Ruschi, Kopf von Room 89, bei uns im Proberaum und wir spielten ihm unsere Songs vor. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zwar einige Shows auf dem Konto, uns aber gerade vom zweiten Gitarristen getrennt. Wir wollten trotzdem noch im gleichen Jahr eine EP aufnehmen und Ruschi hatte Bock auf das Projekt. Wir einigten uns darauf, dass wir 6 Songs aufnehmen würden und machten Termine für Anfang April klar. 

Dann kam der unschöne Teil der Geschichte: Alle Songs mussten bei GuitarPro eingetippt werden. Keiner von uns hatte jemals mit diesem Programm gearbeitet. Dazu kam, dass nur 4 von 6 Songs fertig waren. Wie sich später raustellte, ist Druck wohl unser bester Freund. Wir kauften uns also GuitarPro-Lizenzen und begannen mit der Arbeit. Um für die EP den Besten Sound rauszuholen, hatte Ruschi uns zusätzlich noch einige Pedale testen lassen. Fazit dieser Geschichte: Ich habe knapp 800 Euro für Bass-Equipment gelassen, klingt jetzt aber auch so. 

März 2020. Weil wir Ruschi nicht schon genug mit Fragen zu GuitarPro und Midi-Drum-Erstellung genervt hatten, mussten wir ihm kurz vor den Aufnahmen mitteilen, dass wir jetzt doch wieder zu fünft seien und Adrian jetzt auch was einspielen würde. Ruschi reagierte gelassen, wir hatten noch zwei Wochen Zeit, um die GuitarPro-Dateien umzuschreiben, kurz vorher kam der Lockdown. Zu diesem Zeitpunkt waren immer noch zwei von den sechs Songs unfertig. Wir durften uns nicht mehr treffen, also schrieben wir zwei Lieder bei GuitarPro fertig, den Opener sogar komplett in der Datei. Dieser ist letztendlich sogar mein Favorit der Platte geworden. Ruschi hat hier ein Feature zum Besten gegeben. 

„Forever Today“ war geboren, zumindest digital. 

“Wie sich später rausstelle, ist Druck wohl unser bester Freund”

Springen wir wieder zurück in den April, wir waren immer noch im Lockdown. Corona konform teilten wir sechs Aufnahmetage auf fünf Personen auf, sodass wir uns nicht trafen und alle genug Zeit hatten, ihre Parts aufzunehmen. Ruschi nahm sich viel Zeit, alle Sounds perfekt einzustellen und alle Spuren aufzunehmen, Editing ließ er parallel von James extern erledigen. Nach den sechs Aufnahmetagen waren alle Spuren im Kasten und editiert. Ruschi konnte mit dem Mix der Platte beginnen. Auch hier wurde wieder ganze Arbeit geleistet. Ende April wurde die Platte zum Mastern nach Florida geschickt, den Kontakt hatte uns Ruschi klargemacht. 

„Forever Today“ war Mitte Mai fertig. Also, was ist in dieser Zeit alles mit Jumpcut passiert? Ja ok, wir sind wieder zu fünft, aber wir haben auch gelernt, wie man seine Songs professionell strukturiert, sich für Aufnahmen vorbereitet und was es heißt, seinen Sound so zu verbessern, dass er einen Widererkennungswert hat. 

Wer also darüber nachdenkt, bei Room 89 Aufnahmen zu planen, der bekommt nicht nur hochwertige Ergebnisse, sondern auch ein Rundumpaket, was die Band näher zusammenbringt und professioneller werden lässt. Dass man zudem auch noch einen neuen Freund dazu gewinnt, ist einer toller Nebeneffekt. Wir können Room 89 nur empfehlen, es wird nicht unsere letzte Zusammenarbeit gewesen sein, so viel steht fest.

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Room 89 wurde ursprünglich zu viert als loses Kollektiv gegründet, 2x Video und 2x Audio. Mittlerweile macht der andere Audiomann als “filmartig” geile Videos, die anderen beiden haben sich schon eher verabschiedet. Ruschi hat das Ganze dann 2018 alleine als Gewerbe angemeldet. 

Logo Room 89: Stefan Skjødt