Pascow im Rabatz (2007)

In den Bildergeschichten werden alte Fotos zum Anlass genommen, auf besondere Momente in Zusammenhang mit der Subkultur im Paderborner Raum zurückzublicken. Wenn du einen schönen Beitrag in deinen Archiven findest, kontaktiere uns und wir veröffentlichen ihn gerne.

Text: Hippe

Es war Herbst 2007. Genauer gesagt: Donnerstag, der 4. Oktober. Ich war gerade für das Studium, das zwei Wochen später starten sollte, nach Paderborn gezogen und hatte mich mit einigen Freunden dazu verabredet, mitten in der Woche ein Punkkonzert zu besuchen. Ich konnte nicht ahnen, dass das, was wir da im Rabatz in der Bahnhofstraße vorfinden sollten, nicht ansatzweise repräsentativ für Paderborn war, bzw. für lange Zeit das bleiben würde, was Punk in dieser Stadt am nächsten kam. Das besetzte Bahnhofsnebengebäude war für einen Donnerstagabend gut besucht, wenn auch längst nicht voll. Bereits einen Monat später wurde das Gebäude durch die Polizei wieder geräumt. An diesem Abend aber feierten die geschätzten 50 Gäste eine junge Band aus Rheinlandpfalz, die ich mit ihrem Hit „Trampen nach Norden“ von irgendeinem CD-Sampler her kannte – vermutlich Ox. Auch die Vorband, mit der wir uns noch lange unterhielten, war klasse – allein: Der Name will mir nicht mehr einfallen. Pascow brachten ordentlich Bewegung in den gefliesten Raum und konnten sich auch sieben Jahre später, als ich sie für das Uni-Radio beim Serengeti-Festival interviewte, noch gut an dieses Konzert erinnern – vermutlich eher wegen des Rabatz und seiner Bedeutung selbst. Es ist in der Folge nicht selten vorgekommen, das Leute erstaunt waren, dass eine Band wie Pascow, die in der Folge ein WDR-Rockpalast-Konzert spielten, Support für Die Ärzte waren, deren angekündigte Show in Münster jüngst in den Skater‘ Palace (ca. 1500 Zuschauer) hochverlegt werden musste – dass eine solche Band an einem Donnerstagabend in Paderborn gespielt hat. Den Leuten, die damals gerne dabei gewesen wären, kann man nur entgegnen, dass man manchmal eben auch Donnerstagabends auf ein Konzert einer noch unbekannten Band gehen muss, um sagen zu können, dass man bekannte Bands gesehen hat, als sie noch unbekannt waren. Dann hätte man übrigens auch Nirvana in Herford sehen können. Euer Captain Einsicht – damals arbeitslos und angehender Student. 

Eingang Rabatz

Übrigens

Die ganze Geschichte des Rabatz in Paderborn gibt es hier: